Title:

Suleika

Description:
Spielziel
”Kommt und seht die Herrlichkeit meiner Teppiche!” - ”Nein, Herr, achtet nicht auf die minderwertige Qualität dieses Betrügers - schreitet lieber über meine edlen Stoffe!”
Zugegeben, diese Aussagen sind nur schmückendes Beiwerk zur Steigerung der Kommunikation und werden überdies an eine kleine Holzfigur gerichtet. Dennoch beschreiben sie das wesentliche Spielelement: Die Auslage von eigenen Teppichen auf dem Spielplan in der Hoffnung, die Figur des Wesirs durch die Mitspieler auf einen eigenen Teppich ziehen zu lassen. Denn dann klingelt die Kasse. Dies und die Tatsache, am Ende des Spiels möglichst die meisten Spielplanfelder mit eigenen Teppichen ausliegen zu haben, sind das eigentliche Spielziel. Dann darf man sich in dem Bewusstsein wähnen, die Namensgeberin des Spiels und Tochter des Sultans als seine zukünftige Frau zu betrachten.
Ablauf
Jeder Spieler wird mit kleinen Stoffteppichen und Geldmünzen ausgestattet. Die Anzahl der Teppiche richtet sich nach der Spielerzahl und variiert zwischen 12 bei 4 Spielern und 24 bei nur 2 Wettstreitern. Die Spielfigur des Wesirs wird auf dem mittleren Feld des 7x7 Felder großen Spielplans platziert.
Jeder Spielzug läuft identisch ab: Zunächst wird der Wesir um maximal 90 Grad in eine Laufrichtung gedreht. Dann würfelt der aktive Spieler mit einem Spezialwürfel, auf dem die Werte 1 bis 4 zu sehen sind. Die gewürfelte Zahl entspricht den Feldern, die der Wesir bewegt werden muss. Gelangt dieser dabei an den Spielfeldrand, wird er über die Balkone automatisch in eine benachbarte Reihe geleitet.
Bleibt der Wesir auf einem freien Feld oder einem eigenen Teppich stehen, passiert nichts. Sollte er jedoch auf dem Teppich eines Mitspielers landen, muss der aktive Spieler dem Besitzer des Teppichs Münzen zahlen. Der Betrag richtet sich nach der Anzahl der Felder, die waagerecht oder senkrecht an das Feld des Wesirs bzw. den darunter liegenden Teppich angrenzen und diesem Spieler gehören.
Anschließend darf der aktive Spieler einen eigenen Teppich auf den Spielplan legen. Dabei muss er beachten, dass der Teppich mit einem Feld an das Feld angrenzt, auf dem der Wesir steht und keinen anderen Teppich alleine überdeckt. Es ist sehr wohl möglich, zwei Felder zu bedecken, die beide von zwei fremden Teppichen belegt sind.
Das Spiel endet, wenn alle Spieler ihre Teppiche platziert haben. Nun wird das Geld gezählt und die Summe der Felder, auf denen bei Spielschluss eigene Teppiche zu sehen sind, hinzuaddiert. Sieger ist, wer die meisten Punkte erringt.
Fazit
Fangen wir mit dem Stärksten an, das dieses Spiel bietet: eine übersichtliche Spielregel und einem Spielablauf, der auch selten Spielenden die Möglichkeit gibt, sich sofort im Spiel zurechtzufinden und den grundsätzlichen Zugmechanismus zu beherrschen. Unterstützt wird die auf einer DIN A5-Doppelseite befindliche Regel durch gute und verständliche Grafiken. Dafür gebühren Autor und Verlagsredaktion Dank und Anerkennung.
Das Spielmaterial ist hübsch und passend (es handelt sich tatsächlich um echte Miniaturteppiche), die Thematik stimmig und gut umgesetzt. Die Altersangabe passt genau - Kinder ab 8 Jahren können nach kurzer Einführung das Spiel auch selbständig spielen. Der Zeitbedarf für eine Runde ist angemessen - in allen Testrunden wurde die deklarierte halbe Stunde nie überschritten.
Jetzt ist dieses Werk von Dominique Ehrhard bei der Wahl zum ”Spiel des Jahres” auf die Nominierungsliste gesetzt worden. Und schon scheiden sich in der Spielewelt die Geister. Nicht wenige behaupten (s. auch Kommentare weiterer HALLianer), das Spiel würde sich auf der falschen Liste befinden und gehöre allenfalls für den Kinderspielpreis nominiert. Der Anspruch wird als zu gering kritisiert.
Ich habe festgestellt, dass der schnelle Einstieg in ein Spiel besonders bei Wenigspielern und insbesondere das kurzweilige eigene Erarbeiten der Spielregeln den wesentlichen Punkt bei der Erstbewertung eines Spiels ausmachen. Und davon wiederum hängt ab, ob dieser Personenkreis bereit ist, sich weitere Male mit dem Spiel zu beschäftigen. Unter diesem Gesichtspunkt halte ich das Spiel für durchaus geeignet, einem breiteren Publikum durch Preisverleihung zugänglich gemacht zu werden.
Durch die in der Tat gegebene Einfachheit der Spielzüge und der grundsätzlichen Übersichtlichkeit der Spielsituation (wer liegt vorne?) wird der Kommunikationsaspekt unter den Spielern gefördert. Der Führende ist schnell ausgemacht und wird nun durch gemeinsames Überlegen während der nächsten Spielzüge seiner Gegner oft aus dieser Position vertrieben. Dies galt bei den Kinder-, Familien- und erst recht den Erwachsenenrunden. Eine Eigenschaft, die durchaus nicht jedes Spiel bietet und meinem persönlichen Geschmack nach positiv zu werten ist.
Auch wenn insbesondere die Vielspielerwelt nicht auf dieses Spiel gewartet hat: Ich kann Suleika eine rundum gelungene Erscheinung und auch die Berechtigung, als Familienspiel deklariert und möglicherweise prämiert zu werden, nicht absprechen.
Rezension André Beautemps
Regelvarianten
Bei einem Spiel zu zweit entscheidet immer der Gegenspieler, in welche Richtung die Wesirfigur gezogen wird. Die Richtung für den Wesir wird also im Gegensatz zum Mehrpersonenspiel nicht am Anfang, sondern am Ende des eigenen Zuges festgelegt und gilt für den jeweils anderen Spieler.
Max Number of Players:
2-4
Barcode:
4015682283005
Publisher:
Zoch
Playing Time:
30
Year Published:
2007
Designer:
Dominique Ehrhard
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Artist:
Marie Cardouat Victor Boden
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Date Added:
2018-06-21 11:57:01
Date Added:
2018-06-21 11:57:01

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